ad Guter Brunnen wönitz

Datum:
Montag, der 14. Dezember 2009

Relevante Orte:
Außenbereich des ehemaligen Herbergsgebäudes / Außen und Innenbereich eines verfallenen Nebengebäudes / der 1998 sanierten Brunnen / St. Annen Kapelle / umliegende Wanderwege und das Waldgelände

Teilnehmer:
EN - Team: Alex, Liesi, Rocco, Ivo und Tini

Beginn der PU: 20:50 Uhr ( MEZ )
Ende der PU: 21:50 UHr ( MEZ )

Wetterbedingungen:
Temperatur: etwa -5 Grad Celsius
Luftfeuchtigkeit: mittel
Windstärke: 4 - 5 Knoten
Niederschlag: 0,2 12h (mm)
Luftdruck 1023 NN (hPa)
Sonstiges: bewölkt
Mondphase: abnehmend

Ausrüstung:
Digitalcameras mit Videofunktion: Canon PowerShot A560, SONY DSC-H5, SONY DSC-W40, Panasonic DMC-LS75; diverse Diktiergeräte u.a.: Philips GoGear, Videokamera, Stirnlampen, verschieden Taschenlampen

Historie:

Bad Guter Brunnen
Seit 1850 ist das die Bezeichnung des Flurstückes nahe der S 283 zwischen Affalter und Zwönitz. Zu ihm gehören fünf historische Heilquellen, die nacheinander ab 1489 entdeckt wurden: St. Annenbrunnen, Krätz-, Guter-, Augen- und 1818 der Neubrunnen. Wegen der Heilerfolge war der "Gute Brunnen" in seiner Zeit weit bekannt. Um 1820 wurden erste Gebäude für den Bade- und Gaststättenbetrieb errichtet. Die Gebäude sind heute dem Verfall preisgegeben, nur die St Annen-Kapelle und ein Brunnenhaus sind in gutem Zustand.
Nach einem Brand dienten die Quellen zur Limonadenherstellung und als Erholungsort mit dem Namen "Bad Guter Brunnen".

St. Annenkapelle
Im Jahre 1613 berichtet der Leibarzt des Bischofs zu Bamberg, das nach der Erzählung des Peter Richter aus Zwönitz an der Quelle früher eine Kapelle zu Ehren der Heiligen Anna errichtet


gewesen wäre, die aber aufgrund eines Unwetters um 1550 eingestürzt sei. Der Bamberger habe noch die Grundmauern und viele Dachziegel davon gesehen. Chronisten berichten weiter, dass in vorreformatorischer Zeit tausende Wallfahrer den Brunnen besucht haben.
Die St. Annenkapelle wurde um 1997/98 rekonstruiert und der katholischen Kirchengemeinde übereignet. Am 26. Juli ist der St. Annentag.

( Quellen: http://www.affalter24.de und http://www.zwoenitz.de )

Eine alte Sage berichtet:
Westlich vom Dorfe Niederzwönitz auf einer mit Wald bewachsenen Wiese quellen mehrere Brunnen, deren einige mineralische Heilkraft besitzen sollen. Der vorzüglichste unter ihnen heißt der St. Annenbrunnen. Wie er zu dem letztern Namen gekommen, erzählt folgende Sage.

Aennchen, die 13jährige Tochter des Jägers zu Niederzwönitz, war seit dem 5ten Jahre erblindet. Ihr Vater, der sie als sein einziges Kind über die Maßen liebte, fragte allenthalben um Rat und scheute keine Kosten, um seinem Kinde von dem großen Uebel zu helfen; aber umsonst, Niemand konnte ihr das Augenlicht wieder geben. Dennoch haderte das fromme Mägdlein nicht mit Gott, sondern betete alltäglich zu ihm und der h. Anna mit freudiger Zuversicht, daß ihrem Unglück ein Ende kommen werde. Da in der Nacht des St. Annentages (26. Juli) erschien ihr im Traume die h. Anna in himmlischer Herrlichkeit, ergriff sie bei der Hand und führte sie hinaus in den Streitwald, wo auf moorigem Wiesengrund ein Brünnlein quoll und deutete auf das Wasser und auf Aennchens Augen, segnete sie und verschwand.

Als am Morgen das blinde Mägdlein ihrem Vater erzählte, was ihr geträumt hatte, da ward derselbe voller Freuden, denn er erkannte in dem Traume die Verheißung naher Hilfe. Sonder Säumen führte er sie hinaus in den Streitwald zu dem Brunnen auf der moorigen Wiese, den er gar wohl kannte, in dem er aber nie solche Heilkraft geahnt hatte. Aennchen wusch sich die Augen mit dem Wasser des Quelles und ward wieder sehend. Ihr Vater dankte Gott auf den Knieen und gelobte, an jenem Brunnen der hl. Anna eine Kapelle zu bauen. Noch in demselben Jahre erfüllte er das Gelübde. Dieses begab sich im Jahre 1498. Die Kapelle scheint bald wieder verfallen zu sein, aber den St. Annenbrunnen rühmt man noch heute als Heilquelle.
( Quelle:Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen/Band 1)

Gründe für die PU:
Spontane Untersuchung. Voruntersuchungen bzw. Begehungen fanden aber bereits Jahre zu vor statt. Bis auf die o.g. Sage gibt es hier keine Berichte über paranormale Vorkommnisse. Allerdings bieten die Örtlichkeiten und deren Umgebung ein seltsames, mystisches Flair, dem man sich kaum entziehen kann. Daher hielten wir eine PU durchaus für sinnvoll.

Ablauf der PU:
Das Team startete gegen 20:50 Uhr ( MEZ ) am Waldrand oberhalb der Örtlichkeiten. Ein zu beiden Seiten vom Hochwald gesäumter Gehweg führte uns im "Stockdunkeln" abwärts. Im Schein der Stirn - und Taschenlampen konnten wir nach etwa 5 minütigem Marsch bereits das verfallene Nebengebäude entdecken. Hier wurde der erste Halt gemacht. Ivo befestigte sein Diktiergerät am Ast eines Baumes in der Nähe des Einganges des verfallenen Gebäudes und erstellte die erste EVP. Liesi und Tini begutachteten vorwiegend das Innere der "Baracke", während Alex, Ivo und Rocco um die "Baracke" herum gingen, Fotos machten und die Umgebung genau untersuchten. Im Inneren war Vorsicht geboten, da der "hochbetagte" Boden morsch und bereits großflächig eingebrochen war. Dannach wurde das wenige Meter entfernte große Hauptgebäude in Augenschein genommen, weitestgehend umrundet und soweit dies möglich war von Außen untersucht. Eine Vielzahl von Fotos wurden aufgenommen. Das Hauptaugenmerk galt den vielen Fenstern, deshalb wurde auch vielfach durch die Scheiben ins Innere des Gebäudes fotografiert. Alex und Liesi bemühten sich intensiv um Videoaufnahmen, die sie unter Anderem auch durch die verschmutzten Fensterscheiben machten.
Auf Grund der schlechten Lichtverhältnisse sind diese Videoaufnahmen jedoch als ergebnisslos einzustufen. Das Diktiergerät wurde auch hier an einem Strauch befestigt, es verblieb dort, während das Team weiter untersuchte und zeichnete eine etwa 13 minütige EVP auf. Ivo und Alex begutachteten derweilen den Bereich der Kapelle genauer, fotografierten diese, sowie die Umgebung. Hier entstand ebenfalls ein Video. Ivo bemerkte "ungewöhnliche" Fußspuren rund um die kleine St. Annen Kapelle. Diese Spuren stammten nachweislich nicht vom Team. Unterdessen begaben sich Liesi, Rocco und Tini zu dem 1998 neu errichteten "Brunnenhäuschen", hier entstanden einige Bilder. Tini verspürte dort ein seltsames Unbehagen, das aber Keiner der Anderen ebenso empfand. Ivo und Alex stießen bald darauf zu uns, nachdem auf dem Weg zum Brunnenhäuschen ein weiteres Video gemacht wurde und nach kurzem Einhalten gingen wir geschlossen zurück zum "Hauptgebäude". Hier wurde das Diktiergerät wieder "eingesammelt" und wir marschierten zurück zu der "Baracke". Vor Ort wurde eine Pause eingelegt, das Diktiergerät wurde im Türrahmen des Gebäudes befestigt und so eine letzte EVP aufgezeichnet. Die spätere Auswertung dieser EVP erbrachte seltsames - Ivo, der eher scherzhaft ein "Hallo" in die Umgebung rief, erhielt darauf eine unverständliche "Antwort". Vor Ort war dies nicht wahrzunehmen, bei der Auswertung hört man jedoch eine Stimme bzw. ein Stimmen ähnliches Geräusch, gleich nach dem "Hallo". Jedoch ist nicht zu verstehen, was die Stimme "sagt". Es wurde aber ausgeschlossen, das sie einem Mitglied des Teams zu zuordnen ist. Unbeteiligte Teammitglieder deuteten die EVP Aufnahme später folgendermaßen: "Es höre sich so an, als ob man einen Radiosender sucht bzw. einstellen will!" Ein tatsächliches "Einfangen" z. Bsp. von Radiowellen kann nicht komplett ausgeschlossen werden.
Vor der Baracke entschlossen wir uns dann noch für einen kurzen "SIT DOWN" ( der selbstverständlich im Stehen durchgeführt werden musste, da der Waldboden völlig verschneit und kalt war ) Hierzu wurden alle Lampen kurzzeitig ausgemacht, während wir in unmittelbarer Nähe der Baracke eng bei einander standen. In völliger Stille und Dunkelheit verharrten wir einige Minuten und ließen die Umgebungsgeräusche auf uns wirken. Dabei konnten wir einstimmig ( alle 5 Teammitglieder ) ein schwer zu definierendes Geräusch ausmachen. Rocco deutete das Geräusch sehr schnell als eine Art Glockenläuten und fand damit bei Liesi, Ivo und Tini völlige Zustimmung. Tini´s Meinung zu Folge hörte es sich nicht an, wie Glockenläuten in weiter Ferne ( z. Bsp. von einer weit entfernten Kirche ) sondern eher so, als wäre es vor Ort aber eben sehr leise. Alex definierte das Geräusch ähnlich dem, eines rückwärtsfahrenden Gabelstaplers. Eine einleuchtende Erklärung für dieses, unabhängig von einander wahrgenommenes, aber eindeutig vorhandene Geräusch fanden wir bis dato nicht. Kirchen gibt es nur in recht großer Entfernung und ein Glockenläuten hätte zu dieser Uhrzeit auch sicher nicht stattgefunden ( etwa 21:40 Uhr MEZ ). Auch die Erklärung des Gabelstaplers schlägt hier fehl, da auch das zu dieser Uhrzeit fast ausgeschlossen scheint und die Örtlichkeiten für das Vorhandensein eines Flurförderfahrzeuges zu weit entfernt sind, als das man Geräusche davon bis zu diesem Ort hätte hören konnen. Natürlich kann dennoch keine der Beiden "natürlichen" Erklärungen zu 100 % ausgeschlossen werden - müssen hier aber als unwahrscheinlich eingestuft werden. Nach dem stehenden "SITDOWN" begab sich das Team geschlossen zurück zum PKW.


Auswertungen/ Zusammenfassung:

Bilder: etwa 158 Fotos ( von 4 verschiedenen, o. g. Digitalkameras )
Videos: 9 Videos
EVP : 3 Aufnahmen

Akkustische Wahrnehmungen:
Ja, deutlich für alle Team Mitglieder wahrnehmbar. Das Geräusch wurde unterschiedlich gedeutet ( Glockenläuten, Geräusche eines rückwärtsfahrenden Gabelstaplers ). "Natürliche" bzw. "logische" Ursachen für die Geräuschquelle konnten zwar nicht ausgeschlossen werden sind aber unwahrscheinlich!

Visuelle Wahrnehmungen vor Ort:
frische Fußspuren, die nicht vom Team stammten und Minuten zuvor scheinbar noch nicht aufgefunden wurden...

Gefühlsmässige Wahrnehmungen vor Ort:
Ja, Tini empfand in der Nähe des Brunnenhäuschens ein bedrückendes Gefühl, was angesichts der Lokation ungewöhnlich erscheint, da sowohl die "Baracke" und der angrenzende Wald, als auch das große Herbergsgebäude eindeutig, allein schon visuell gesehen "gruseliger" anmuteten als das Brunnenhäuschen. Und Empfindungen dieser Art dort wohl wahrscheinlicher wären. Noch dazu, das der Brunnen schon wieder an einem Feld angrenzt und bereits die Straße in der Ferne zu sehen ist.

Sichtungen Fotos:
Mehrere Fotos sind definitiv "interessant"


- Ein weiteres Foto der "Baracke" : durch das linke Fenster sind zwei "neblige" Gestalten zu erkennen, die rechte davon lässt im Zoom sogar ein Gesicht vermuten. Zigarettenqualm oder Atemluft können in diesem Fall ausgeschlossen werden.

- Ein Bild der Herberge, auf dem sich hinter einem Fenster ein vermeintliches Gesicht erkennen lässt ( Alte Frau mit zum "Dutt" gebundenem Haar oder auch das vernarbte Gesicht eines Mannes - Indianers? )


Sichtungen Videos:
die Videos sind auf Grund der schlechten Lichtbedingungen vor Ort als ergebnisslos anzusehen.

EVP Aufzeichnungen:
Sehr interessant! Vor Ort nicht wahrnehmbare "Antwort" auf Ivo´s "Hallo". Unverständlicher Inhalt, aber deutlich hörbare stimmenähnliche Aufzeichnung. ( EVP hängend in Türrahmen der Baracke ) Es hört sich an, als ob man einen Radiosender sucht bzw. einstellen will. Das diese "Stimme" durch ein Team Mitglied verursacht wurde ist zwar nicht ganz auszuschließen, aber eher unwahrscheinlich!

Abschließendes Fazit:
Eine sehr "erfolgreiche" PU!
Einiges "brauchbares" Material kam dabei zusammen. Mehrere ungewöhnliche Fotos sind entstanden, akkustische, visuelle und gefühlte Wahrnehmungen konnten verzeichnet werde, sowie ein interessante EVP Aufnahme!
Außerdem "locken" die Örtlichkeiten mit einem unbestreitbar, mystischem Flair.

Eine weitere PU im Bereich St. Annen Kapelle / Bad Guter Brunnen und Umgebung ist bereits in Planung!

Tini im Auftrag
des Essential Nights Teams Erzgebirge....


Bildtitel
DSC00044
Blendzahl
F/2,8
ISO
320
Brennweite 24.03.2012
6mm
Datum
14.12.09
Belichtungszeit
1/40sek
Lichtwert
+2
Max. Blende
3
Uhrzeit
Kamera
SONY DSC-W40
Blitzmodus
autoFlash

Das linke Fenster ist gemeint. Die Vergrößerung zeigt zwei Nebelartige Gestalten.


Bildtitel
IMG_8610
Blendzahl
F/2,6
ISO
250
Brennweite
6mm
Datum
14.12.09
Belichtungszeit
1/8sek
Lichtwert
0
Max. Blende
2,75
Uhrzeit
Kamera
Canon PowerShot A560
Blitzmodus
autoFlash, redEye

Entdeckt erst nach der x-ten Sichtung. Das Kopf am Fenster.
Informationen
Sage: Sagenschatz des Königreichs Sachsen
 
 
 
 
Koordinaten: 50.648141,12.784803