ad uter runnen wönitz

Lange Zeit wurde die Anlage am Guten Brunnen als „Bad“ bezeichnet und ein Badebetrieb mit Gastronomie angeboten.
Mehrere Heilquellen, mit mehr oder weniger Heilwirkung, treten aus dem historischen Quellgebiebt bei Zwönitz hervor.
1819 wurde eigens für den Badebetrieb ein neues Badehaus mit 10 Zellen und 11 Wannen gebaut, welches bis 1949 genutzt wurde.

Die Zahl der Kurgäste von 1902 bis 1916 wird mit 90 bis 156 angegeben. 1951 noch 87 Kurgäste.
 
Die Sage:
Westlich vom Dorfe Niederzwönitz auf einer mit Wald bewachsenen Wiese quellen mehrere Brunnen, deren einige mineralische Heilkraft besitzen sollen. Der vorzüglichste unter ihnen heißt der St. Annenbrunnen. Wie er zu dem letztern Namen gekommen, erzählt folgende Sage.
Aennchen, die 13jährige Tochter des Jägers zu Niederzwönitz, war seit dem 5ten Jahre durch die Blattern erblindet. Ihr Vater, der sie als sein einziges Kind über die Maßen zärtlich liebte, fragte allenthalben um Rath und scheute keine Kosten, um seinem Kinde von dem großen Uebel zu helfen; aber umsonst, Niemand konnte ihr das Augenlicht wieder geben. Dennoch haderte das fromme Mägdlein nicht mit Gott, sondern betete alltäglich zu ihm und der h. Anna mit freudiger Zuversicht, daß ihrem Unglück ein Ende kommen werde. Da in der Nacht des St. Annentages (26. Juli) erschien ihr im Traume die h. Anna in himmlischer Herrlichkeit, ergriff sie bei der Hand und führte sie hinaus in den Streitwald, wo auf moorigem Wiesengrund ein Brünnlein quoll und deutete auf das Wasser und auf Aennchens Augen, segnete sie und verschwand.
Als am Morgen das blinde Mägdlein ihrem Vater erzählte, was ihr geträumt hatte, da ward derselbe voller Freuden, denn er erkannte in dem Traume die Verheißung naher Hilfe. Sonder Säumen führte er sie hinaus in den Streitwald zu dem Brunnen auf der moorigen Wiese, den er gar wohl kannte, in dem er aber nie solche Heilkraft geahnt hatte. Aennchen wusch sich die Augen mit dem Wasser des Quelles und ward wieder sehend. Ihr Vater dankte Gott auf den Knieen und gelobte, an jenem Brunnen der h. Anna eine Kapelle zu bauen. Noch in demselben Jahre erfüllte er das Gelübde. Dieses begab sich im Jahre 1498. Die Kapelle scheint bald wieder verfallen zu sein, aber den St. Annenbrunnen rühmt man noch heute als Heilquelle.

Gute Brunnen

Anna Brunnen
Bereits 1646 entdeckt man einen weiteren Brunnen mit Heilwirkung und nennt ihn „Krätzbrunnen“, da er verschiedene Hautausschläge geheilt haben soll.
1711 wird die Heilwirkung eines „Augenbrunnen“ bekannt. 1818 kam der „Neubrunnen“ sowie eine ungefaßte Quelle hinzu, welche in ihrer Wirkung schwach war und daher keine besondereBedeutung für den Heil- und Badebetrieb hatte.
Das Heil- und Mineralwasser wurde schon kurze Zeit nach der Entdeckung in diverse Gefäße abgefüllt und nach Hause verbracht. Die gewerbliche Abfüllung und Vertrieb endete 1994.

Brunnen

Krätzbrunnen
Im Laufe der Zeit hatten sich in Deutschland einheitliche und strengere Richtlinien durchgesetzt, welche die notwendigen Mengenangaben von Mineralien, für Heilquellen vorschrieben. Leider entsprachen die Quellen des Guten Brunnens nicht diesn Richtlinien, worauf der Landrat von Stollberg, 1941 erklärte, das die Bezeichnung „Bad“ nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Auch wurde die Bezeichnung „Radiumbad Guter Brunnen“ auf Etiketten untersagt.
Umfang des „Bad Guter Brunnen“
-eine Gaststätte
- ein Badehaus (1819 – Abriß 1998)
-ein Wasserhaus und andere Nebengebäude
- wie Stall, Scheune und Schuppen.

Heute liegt die Gesamtanlage brach. Am 18. Oktober 1984 wurde mittels Beschluß das gesamte Gebiet als ein Flächennaturdenkmal eingerichtet. Besondere Bedeutung fand dabei die Anlage in der sächsischen Bädergeschichte. Bis heute wird es naturschutzfachlich bewirtschaftet und gepflegt und beherbergt eine Reihe gefährdeter Pflanzen- und Tierarten, sowie besonders geschützte Biotope.

Bad

Bad
Heute noch geben der Gute Brunnen, der Anna Brunnen, der Krätzbrunnen und der Augenbrunnen schwach radioaktives Quellwasser ab, welches ungenutzt in den nahen Wernsbach fließt. Die beiden erstgenannten Quellen und der Radiumsprudel sind durch eine ABM Ende des 20. Jahrhunderts saniert und neu gestaltet worden.


Informationen
Sage: Sagenschatz des Königreichs Sachsen
 
 
 
 
Koordinaten: 50.648141,12.784803